A26 – Westringbrücke

Feierlicher Auftakt für den Bau der neuen Linzer Donaubrücke

Ab sofort startet die ASFINAG mit der A 26 Linzer Autobahn voll durch. Erster Meilenstein: Der Baustart für die neue Linzer Donaubrücke. Die Spitzen aus Bund, Land Oberösterreich, Stadt Linz und ASFINAG setzten heute dafür den symbolischen ersten Bau-Anker in die Felswand am südlichen Donauufer. An solchen Ankern werden später die Stahlseile, die die pfeilerlose Brücke tragen, festgemacht.

Die Brücke selbst, deren große Stahl-Bauteile per Schiff angeliefert werden, soll schon Ende 2020 fertig sein. Ende 2023 wird sie auch für den Verkehr freigegeben. Dann sind auch sämtliche Tunnelauf- und Abfahrten zur B 127 Rohrbacher und B 129 Eferdinger Straße fertig. Die Investitionssumme für die Brücke und die zwei Anschlussstellen auf beiden Donauufern beträgt rund 240 Millionen Euro. Zehn Prozent davon übernimmt das Land Oberösterreich, fünf Prozent die Stadt Linz

Die markante, rund 300 Meter lange Hängebrücke wird ein weiteres architektonisches Wahrzeichen von Linz. Als erster Teilabschnitt der A 26 wird sie bereits eine große Entlastung für das Linzer Straßennetz und Erleichterung für täglich tausende Pendlerinnen und Pendler bringen. Ab  2023 zieht sie 20.000 Autos pro Tag von der Nibelungenbrücke ab.

Die ersten Arbeiten passieren weitgehend uneinsehbar von den Einfahrtstraßen westlich von Linz: Hoch über den Donauufern entstehen jetzt die zwei sogenannten Ankerblöcke – im Februar im Bereich Windflach (Urfahraner Seite), nachfolgend beim Freinbergpark (Linzer Seite). In ihnen werden die riesigen Stahlseile, die die Brücke tragen werden, bis zu 70 Meter tief im Fels verankert.

Das ist die neue Linzer Donaubrücke

Die Hängebrücke ist 306 Meter lang und etwa 25 Meter breit. Sie besteht aus einem sogenannten Tragwerk für beide Richtungsfahrbahnen – ist also „aus einem Guss“. Die zwei horizontalen Hauptseile über die Donau, die das Brückengewicht von 13.000 Tonnen tragen, sind 500 Meter lang und wiegen jeweils 85 Tonnen. Jedes Hauptseil besteht wiederum aus einem Bündel von zwölf einzelnen Seilen. Die kleineren Hängeseile, die die Tragseile mit der Fahrbahn verbinden, haben zueinander einen Abstand von 15 Metern.

So errichtet die ASFINAG die Brücke

  • Im ersten Schritt stellt die ASFINAG 2019 die Verankerungen für die zwei horizontalen Haupt-Trageseile her. Dafür laufen jetzt hoch über der künftigen Fahrbahn die Bauarbeiten für zwei sogenannte Ankerblöcke (15 Meter lang und 15 Meter breit) am linken und rechten Ufer. Dort vereinigen sich die zwei Seilpakete wieder, an denen die Brücke hängt. Und hier werden sie später mit jeweils rund 100 Ankern („Dübel“) bis zu 70 Meter tief im Fels und Erdreich des Freinbergs bzw. der Urfahraner Wänd befestigt.
  • Im Frühjahr 2020 wird über die Donau eine Art Lasten-Seilbahn gebaut (sogenannter „Kabelkran“). Sie zieht die einzelnen Stränge der Hauptseile nach der Reihe über den Fluss. Und mit ihr werden auch die kleineren vertikalen Hängeseile an die Hauptseile befestigt. Die gesamte Seilmontage läuft von April bis September 2020.
  • Ab Oktober 2020 bringen Schiffe Stahlteile heran, die Abmessungen von 25 mal 15 Meter haben. Diese werden sukzessive aneinander geschweißt und an die Hängeseile montiert bis die Brücke – verlaufend von der Flussmitte bis an die Ränder – vollständig geschlossen ist. Das neue Bauwerk steht somit noch Ende 2020.
  • Die restliche Bauzeit bis 2023 ist für den Vortrieb der Auf- und Abfahrtstunnel und deren elektrische bzw. sicherheitstechnische Ausrüstung (Beleuchtung, Belüftung, Funk, Video, etc.) reserviert.

Ausblick Bauablauf und Verkehrsfreigaben A 26

Nachdem alle behördlichen Probeläufe und Freigaben erledigt und Kreuzungsbereiche mit Ampeln und Wegweisern ausgestattet sind, wird die  Brücke Ende 2023 mit den Anschlüssen zur B 127 und B 129 freigegeben. Zunächst wird in jede Richtung eine Fahrspur über die Donau befahrbar sein, denn die Brücke dient gleichzeitig auch Baufahrzeugen und Maschinen für den Vortrieb des Tunnels durch den Freinberg (Bauabschnitt 2 von 2024 bis 2028) als weitere Verbindung bis zum Bahnhof.

Bis 2030 wird auch der letzte Abschnitt fertig gestellt: Der Neubau der Westbrücke (Bauabschnitt 3) über die Gleise der Westbahn als leistungsfähige Verbindung zur A 7 (Knoten Hummelhof).

Hand in Hand: Funktionalität und Top-Design

Im Architektur-Wettbewerb hat sich unter zwölf Einreichungen der Hängebrücken-Entwurf durchgesetzt. Die schlanke, transparente und einfache Ausführung ohne Pfeiler fügt sich optimal in das Donautal und das Stadtbild der „Linzer Pforte“ ein. Die tragenden Seile, die hoch über der Donau in den Uferwänden verankert werden, verleihen der gewaltigen Konstruktion die visuelle Leichtigkeit. Und eine Brücke, die gut 300 Meter ganz ohne Pfeiler überspannt, ist auch aus technischer Sicht eine absolute Meisterleistung und in dieser Dimension weltweit einzigartig. Die Donaubrücke hat das Zeug zu einem neuen Linzer Wahrzeichen.

A 26: Die Entlastungswirkung für Linz

Mit der A 26 entsteht eine leistungsfähige Straßenverbindung zwischen der A 7 Mühlkreis Autobahn beim Knoten Hummelhof und der B 127 Rohrbacherstraße. Die Strecke ist 4,7 Kilometer lang, über drei Kilometer verlaufen im Tunnel.

Die maximale Entlastungswirkung für das innerstädtische Netz bis Bahnhof und Waldeggstraße entfaltet die A 26 im „Vollausbau“, wenn auch der Tunnel Freinberg fertig ist. Ohne A 26 würden im Jahr 2030 rund 62.200 Autos täglich die Nibelungenbrücke passieren. Nach Fertigstellung der A 26 wird sich das Verkehrsaufkommen auf rund 38.800 Autos pro Tag reduzieren. Dies entspricht einer Entlastung von etwa 38 Prozent. Auf der Rudolfstraße wird der Verkehr im selben Jahr durch Verlagerung auf die A 26 von rund 35.100 Fahrzeugen auf 20.100 reduziert – eine Entlastung von 43 Prozent.

Um fast 60 Prozent wiederum wird sich das Aufkommen künftig auf der Waldeggstraße verringern. 2030 werden dann lediglich etwa 23.600 Autos diese Straße befahren.

  • Nibelungenbrücke: 38 Prozent weniger Verkehr mit A 26
  • Rudolfstraße/Urfahr: 43 Prozent weniger Verkehr mit A 26
  • Waldeggstraße/Bahnhof: 60 Prozent weniger Verkehr mit A 26 

Auswirkungen der Arbeiten auf den Verkehr

Damit genug Platz für die Brückenbauarbeiten und spätere Materiallieferungen per Schiff ist, werden die Fahrspuren der B 129 Eferdinger Bundesstraße ab März 2019 geringfügig zum Hang verschwenkt. Es gilt dann Tempolimit 30 km/h. Auf der B 127 Rohrbacher Straße wird die bestehende Verengung der Fahrspuren (Stadteinfahrt Rudolfstraße) ab Juni 2019 um rund 500 Meter nach Westen verlegt.

Für weitere Arbeiten – darunter Sprengungen – kommt es außerhalb der Stoßzeiten aus Sicherheitsgründen zu kurzen Verkehrsanhaltungen von zehn bis 15 Minuten. Das gilt für beide Straßen von Ende Februar bis November 2019. Gesprengt wird in der Regel zweimal pro Woche vormittags um 10.10 Uhr.

Daten, Zahlen und Fakten Donaubrücke

  • Spannweite: 305,55 m
  • Mögliche Belastung: 3.100 Tonnen
  • Eigengewicht: 12.900 Tonnen
  • Länge und Gewicht der zwei horizontalen Hauptseile: je 500 m, jeweils 85 Tonnen schwer
  • Haupttragseile: Zwei Bündel, bestehend aus zwölf einzelnen Seilen (jedes davon 14,5 cm Durchmesser)
  • Breite Brückendeck: 22,54 m
  • Fahrbahnhöhe: Zehn Meter über den Landestraßen
  • Abstand der Hänger in Längsrichtung: 14,55 m
  • Hängeseile: Durchmesser von 95 mm.