AEC-Rampe: Grüne beklagen eigene Versäumnisse

AEC-Rampe: Grüne beklagen eigene Versäumnisse

Mit einer Aussendung zum Radverkehr auf der Nibelungenbrücke lässt der Grüne Klubobmann im Linzer Gemeinderat Helge Langer erkennen, wo die Stärken und Schwächen seiner Partei liegen. Eine klare Stärke der Grünen ist es, unqualifiziert und verspätet in eine Diskussion einzusteigen, aber dabei trotzdem mediales Gehör zu finden. Die große Schwäche dieser Partei liegt in der notwendigen Selbstreflexion und im Erarbeiten tragfähiger Lösungsvorschläge.

Einen wesentlichen Teil der Radfahrproblematik auf der Nibelungenbrücke verdanken wir dem ehemaligen Grünen Verkehrsreferenten. Unter seiner Verantwortung wurde die umstrittene AEC-Rampe errichtet. Damals hätten die Grünen die Möglichkeit gehabt, sich an verantwortlicher Position für eine geeignete Fahrradrampe einzusetzen. Wenn also heute die grünen Gemeindepolitiker Kritik an der Situation üben, wäre zuerst etwas innerparteiliche Selbstreflexion angebracht.

Mir ist bisher kein sinnvoller Lösungsvorschlag von Gemeinderat Langer bekannt. Plakative Forderungen der Vergangenheit, wie etwa, man solle ganze Fahrstreifen der Nibelungenbrücke zu Radwegen umfunktionieren, sind während drei laufender Brückenbaustellen wohl eher nur als Scherz zu verstehen. Klar ist, dass diese Freigabe erst nach Fertigstellung der Brücken in Frage kommt, wir aber bereits jetzt etwas für Radfahrer auf der Nibelungenbrücke tun sollten. Die Idee den gesamten Radverkehr auf eine Seite der Donau zu verlegen, umfasst auch eine Anpassung der bestehenden Unterführung vor dem neuen Rathaus. Mittels dieser Anpassung müsste die Unterführung für Radfahrer entsprechend nutzbar gemacht werden, um eine gefahrlose unterirdische Straßenquerung zu ermöglichen. Diese Querungsmöglichkeit sollte unabhängig von etwaigen späteren Freigaben der Autofahrspuren jedenfalls erhalten bleiben, weil sie auch eine bessere Zufahrt zum Neuen Rathaus ermöglicht.

Kombination verschiedener Verkehrsmittel

Die Grünen versuchen erneut unterschiedliche Verkehrsteilnehmer gegeneinander auszuspielen. Tatsache ist, dass es den „Radfahrer“, den „Autofahrer“ oder den „Fußgänger“ nicht gibt. Viele Linzerinnen und Linzer sind mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln unterwegs und auf Kombination verschiedener Verkehrsmittel angewiesen. Die angeblich langen Umwege werden von Gemeinderat Langer lediglich populistisch ausgeschlachtet. Der Umweg über die Unterführung vor dem Neuen Rathaus beträgt inklusive Stiegen bzw. Rampen keine 100 Schritte.

Grüne an Lösung nicht interessiert

Es scheint, dass die Linzer Grünen gar nicht an einer echten Lösung in diesem Bereich interessiert sind, da ihnen ansonsten ein weiteres Thema zur politischen Stimmungsmache abhandenkommen würde.