Der Weg zum autofreien Hauptplatz und mehr Aufenthaltsqualität

Maßnahmen zur Sperre der Klosterstraße für den Durchzugsverkehr über den Sommer

Künstliche Aufregung der Schwarzen – für Veränderung sind sie nicht zugänglich

Viel Aufregung verursacht die WKO und ÖVP in der Diskussion um einen Testbetrieb über die Sommermonate, den Linzer Hauptplatz autofrei zu machen. Dabei gelten jetzt schon diese Einschränkungen an Wochenenden und an Feiertagen. Genau gesagt, das Einfahrtsverbot gilt im Zeitraum von Samstag, 18.00 – 24.00 Uhr und Sonn- und Feiertag, 0.00 – 24.00 Uhr mit Ausnahmeregelungen für Radfahrer, Busse, Taxis, gewerblichen Lieferverkehr und Anrainer sowie Apothekernotdienste, Hotelgäste und Zufahrten zu den Behindertenparkplätzen. Die Gültigkeitsdauer dieser Einschränkung wird nun auf die gesamte Woche ausgedehnt und über die Sommermonate getestet. Der Beginn des Probebetriebes ist für 15.7.2020 vorgesehen. Wir arbeiten aber auch daran, dass die Zufahrt zu den Geschäften natürlich weiterhin möglich sein wird. Wir wollen lediglich den Durchzugsverkehr, der sicher zu keinem wirtschaftlichen Erfolg der örtlichen Unternehmer beiträgt, aussperren.

Testbetrieb wird abgebrochen, wenn es nicht funktioniert

Derzeit versucht die Verkehrsplanung mit Verkehrsumlegungsmodellen herauszufinden, wie sich die Verkehrsverteilung in der Innenstadt durch die angeführte Verkehrsmaßnahme generell verändern könnte. Eine Sperre der Klosterstraße darf zukünftig keinesfalls zu maßgeblichen Verkehrsverlagerungen in andere Bereiche der Innenstadt führen – auch nach Öffnung aller neuen Donaubrücken. Dies würde auch zwangläufig zum Abbruch des Probebetriebes führen. Niemand profitiert davon, wenn wir Staus künstlich provozieren würden. Im Sommer – und zusätzlich mit Covid-19 – können wir aber in Echtzeit testen und Erfahrungen sammeln, wie sich ein autofreier Hauptplatz auswirken würde. Es gibt einen politischen Konsens, dass der Hauptplatz spätestens nach Freigabe aller im Bau befindlichen Donaubrücken autofrei werden soll. Da die Verkehrsmengen rund um den Hauptplatz dann ähnlich gering wie im Sommer sein sollten, ist dieses Jahr der ideale Zeitpunkt für einen Testbetrieb.

Klosterstraße – eine weitere Begegnungszone die nicht funktioniert

In der Klosterstraße ist derzeit die Verkehrsmaßnahme einer „Begegnungszone – 20 km/h“ verordnet. Durch diese Verkehrsmaßnahme soll der Verkehrsablauf für möglichst alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt erfolgen. Fußgängerinnen und Fußgänger dürfen in einer Begegnungszone die Fahrbahn benutzen, aber den fließenden Verkehr nicht behindern. Die Menge des Verkehrs wird jedoch durch eine Begegnungszone nicht vermindert, da uneingeschränkt durchgefahren werden kann. Dies führt nahezu zu denselben Lärm- und Abgasemissionen wie, wenn keine Begegnungszone verordnet wäre. Lediglich das Geschwindigkeitsprofil wird reduziert und somit die Schwere eventuell eintretender Verkehrsunfälle. Durch die hohe Belastung mit motorisiertem Individualverkehr gehen viele Fußgänger nach wie vor entlang der Häuser auf den Gehsteigen. Die Fahrbahn wird gemieden. Die Sperre der Klosterstraße durch Aussperren des Durchzugsverkehr soll zu einer echten Verkehrsberuhigung am Hauptplatz führen und dort die Aufenthaltsqualität in Kombination mit Begrünungsmaßnahmen wesentlich steigern.

Auf die Kritik der ÖVP habe ich eine klare Antwort

Es zeigt sich auch hier, wie mutlos die Linzer ÖVP ist! Nicht einmal einem zeitlich begrenzten Testlauf in einer verkehrsarmen Zeit, der jederzeit abgebrochen werden kann, können sie nähertreten. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dieser Echtzeitanalyse wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Verkehrsführung gewinnen können. Denn die Verkehrsmengen werden nach Freigabe aller Brücken rund um den Hauptplatz ähnlich sein, das ist auch die Meinung vieler Verkehrsexperten.

Es zeigt sich leider auch, wie wenig sich die ÖVP mit der Sache beschäftigt hat. Am Hauptplatz und auch bei den Zufahrten gibt es keine Parkplätze. Bereits heute darf niemand in diesen Bereichen zum Einkaufen stehenbleiben – dies gilt im Übrigen auch für eine Begegnungszone. Ich sehe aber in dem Testlauf noch einen zusätzlichen Mehrwert: Wir können danach feststellen, ob der Hauptplatz auch als Flanierzone von den Linzerinnen und Linzern in den Sommermonaten angenommen wird.