„Fairplaning“ heißt für mich gleiche Maßstäbe bei der Bewertung von Projekten

Konstruktive Mitarbeit statt Doppelstandards und medialer Vorverurteilung
Ich bin überzeugt, dass man selbstverständlich über die oberösterreichische Raumplanung möglichst breit diskutiert soll. Auch bin ich der Meinung, dass so manches in Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen nicht mehr zeitgemäß ist und erneuert werden sollte. Genau deshalb wird beispielsweise auch in der Linzer Stadtplanung mittels Ediktalverfahren ausgemistet und modernisiert. Was wir aber ganz sicher nicht brauchen, sind selbsternannte Raumplanungs-Sheriffs, die fremde Projekte – noch vor einer fachlichen Prüfung durch unsere Experten – medial vorverurteilen. Planungen schon im Vorfeld im Rahmen medialer Kampagnen und über soziale Medien abzuschießen, hilft uns bei einer sinnvollen Stadtplanung keinen Schritt weiter und verursacht nur böses Blut.
Besonders verwerflich ist diese Kampagnisierung  dann, wenn einige Architekten offenkundig mit Doppelstandards gegen ihre Standeskollegen ins Feld rücken. Man muss natürlich grundsätzlich der zunehmenden Bodenversiegelung kritisch gegenüberstehen – das tue ich auch. Wird aber parallel dazu versucht, bei den eigenen Projekte möglichst große bebaubare Fläche heraus zu verhandeln, ist das unehrlich. Wenn es Maßstäbe gibt, sollten diese für alle gleichermaßen gelten. Echtes ‚Fairplaning‘ unterscheidet nicht nach Projektbetreiber oder Finanzier sondern aufgrund sachlicher Unterscheidungsmerkmale.
Meinen es die fairen Planer also tatsächlich ernst, dann lade ich sie gerne zur konstruktiven und ehrenamtlichen Mitarbeit ein. Unsere Stadtplanung freut sich sicherlich über 120 neue ehrenamtliche Mitarbeiter, die bei der Erstellung von Bebauungs- und Flächenwidmungsplänen behilflich sein können. Dazu braucht es auch keine ‚Roten Karten‘, die man sich gegenseitig in den sozialen Medien oder über Zeitungen zuschickt – außer es geht um reine Selbstdarstellung.