Post City Linz

Kritik an „Post City“ entlarvt sich selbst als mittelalterlich

Seit Anfang 2019 hat Linz als weiteres Instrument der qualitativen Stadtentwicklung die „städtebauliche Kommission“ eingerichtet. Die Entwicklungsvorgaben dieser Kommission zur Neugestaltung des Areals des ehemaligen Postverteilerzentrums geben klare Rahmenbedingungen vor, denen durch das Projekt „Post City“ Rechnung getragen wurde.

Zudem wurde für dieses Projekt ein offener, zweistufiger Realisierungswettbewerb in Kooperation mit der Kammer für Ziviltechniker, Architekten und Ingenieurkonsulenten durchgeführt. Bei diesem Wettbewerb hat sich das gestern präsentierte Projekt einstimmig durchgesetzt.

Kritiker waren eingebunden

Wir können mit dem Post-City-Projekt mehr als zufrieden sein. Es wurde viel Zeit und Energie investiert, um klare städtebauliche Vorgaben zu definieren. Um für den strategisch wichtigen Standort die bestmögliche Lösung zu finden, wurden alle relevanten Stakeholder, so auch die Standesvertretung, eingebunden. Wenn im Nachhinein gerade von der Vizepräsidentin der Ziviltechniker Vorwürfe gegen dies Post City laut werden, ist es einfach irritierend.

Wir sind nicht mehr im Mittelalter

Moderne Stadtplanung erfolgt 2019 nicht mehr von einem „Oberplaner“ im stillen Kämmerlein auf einem Reißbrett. Wer glaubt so eine Stadt planen zu können, ist im Mittelalter stecken geblieben. Es sind heute komplexe Planungsprozesse notwendig, bei denen Linz oftmals auch eine Vorreiterrolle einnimmt. Auch die Standesvertreter der Architekten und Ziviltechniker waren bisher in diese Prozesse immer entsprechend eingebunden. Es wurden durch die Kammer sogar eigene Jurymitglieder entsandt. Offenbar sollten wir allerdings über die Form dieser Einbindung zukünftig noch einmal genauer nachdenken. Wenn Wettbewerbe etwa von der Kammer mitgestaltet werden, dann aber Selbstkritik aufkommt, scheint es doch Diskussionsbedarf zu geben.

Kritiker uneinig

Unterstellungen wie etwa, dass es sich bei der „Post City“ um eine abgeschottete Insel handle, sind meiner Meinung nach gänzlich unbegründet. Ganz im Gegenteil wurde eigens auf die Freihaltung von Sichtachsen besonderer Wert gelegt. Ebenso unverständlich ist für mich die gegenteilige Behauptung eines Architekten und emeritierten Universitätsprofessors, der gerade die Offenhaltung des Projekts als „nicht städtisch, sondern einfach modisch“ kritisiert.

Einig sind sich diese handverlesenen Experten offenbar nur darin, die Arbeit der Stadt schlecht zu reden. Dabei fanden sie auch noch großes Gehör.

Links zu weiterführenden Informationen:

Hier die Entwicklungsvorgaben der städtebaulichen Kommission und hier die Infos zum Realisierungswettbewerb.

Bild: Nussmüller Architekten ZT GmbH