"Neue Donaubrücke Linz": Richtigstellung der ÖVP-Falschmeldungen

„Neue Donaubrücke Linz“: Richtigstellung der ÖVP-Falschmeldungen

Im Zusammenhang mit der Errichtung der „Neuen Linzer Donaubrücke“ verbreitet die ÖVP immer wieder Falschmeldungen. Die Verbreitung dieser parteipolitisch-motivierten Unsinnigkeiten haben mittlerweile ein Ausmaß erreicht, das der Stadt Linz schadet. Deshalb stelle ich hiermit klar:

  1. Planung und Ausschreibung: Die Planung und Ausschreibung der „Neuen Linzer Donaubrücke“ erfolgte zum richtigen Zeitpunkt. Externe Prüfstellen bestätigen zudem, dass die Stadt Linz bei der Planung und Auftragsvergabe ordnungsgemäß und für Dritte leicht nachvollziehbar gehandelt wurde.
  2. Geringe Mehrkosten: Die Mehrkosten für den Brückenbau sind viel geringer als von der ÖVP behauptet.
  3. Rückforderung der Mehrkosten: Die durch externe Planungsfehler entstanden Mehrkosten, wird die Stadt Linz beim Verursacher einfordern.

Planung und Ausschreibung:

Die von der Linzer ÖVP verbreitete Falschmeldung, die Ausschreibung der „Neuen Linzer Donaubrücke“ sei zu früh erfolgt, ist ein bösartiger Blödsinn. Das ÖVP-Vizebürgermeister Bernhard Baier Fehler, die ein privates Unternehmen gemacht hat, der Stadt Linz medialen unterjubeln möchte, schadet unserer gemeinsamen Heimatstadt.

Zur Entlarvung von Baiers Unterstellungen hier nochmals der Ablauf der Brückenplanungsphase:
Der Auftrag für die Brückenplanung wurde an die Planungsarbeitsgemeinschaft „Marc Mimram Architecture Ingenierie / KMP ZT GmbH“ vergeben.

Wegen der komplexen Geometrie wurden Teile der Detailplanung bereits für die Ausschreibung vorgezogen. Die vollständige Detailplanung, konnte aber erst, wie es auch bei allen anderen vergleichbaren Projekten üblich ist, nach der Bauvergabe mit dem notwendigen Input der Baufirma fertiggestellt werden. Dazu zählen die Berücksichtigung firmenspezifischer bzw. produktspezifischer Rahmenbedingungen z. B. Lager, Fahrbahnübergänge, Bewehrung der Pfeiler in Abstimmung auf die Schalung der Baufirma, Stahlbauführungspläne in Abstimmung auf dem Montagevorgang und das max. manipulierbare Gewicht, usw..

Im Rahmen der Ausschreibungsplanung wurde die Brücke dreidimensional modelliert und alle üblichen Tragfähigkeits- und Gebrauchstauglichkeitsnachweise geführt. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden die Blechstärken, Schweißnähte und Knotenausbildungen festgelegt. Der Planer hat für seine selbstgewählte Konstruktion jedoch die Auswirkungen der Wechselbeanspruchung auf zentrale Bauteile, die durch Ermüdungsnachweise belegt werden, falsch eingeschätzt und daher wesentliche Bauteile zu gering dimensioniert.

Die Mehrkosten und die zeitlichen Verzögerungen, die dadurch entstanden sind, sind natürlich ärgerlich. Alle damit verbundenen Probleme sind jedoch längst gelöst. Die Stahlteile der „Neuen Donaubrücke Linz“ sind bereits in Produktion. Am Vormontage Platz in Urfahr wird bereits das erste von drei Tragwerken zusammengebaut.

Geringe Mehrkosten

Die tatsächlichen Mehrkosten für den Brückenbau sind viel geringer als von der ÖVP behauptet. Würde die Bernhard Baier die Grundrechnungsarten beherrschen, würde er nicht ständig etwas anderes behaupten.

Die Mehrkostenforderungen der „ARGE Bau“ wurden zwar mit einer Gesamtsumme von 14,3 Mio. Euro (unverhandelt) wegen Planungsfehlern der „ARGE Planung“ eingereicht. Nach den ersten Gesprächen mit der „ARGE Bau“ und der örtlichen Bauaufsicht kann aber davon ausgegangen werden, dass mit tatsächlichen Mehrkostenforderungen von 9,8 Mio. Euro der „ARGE Bau“ zu rechnen sei. Werden noch weitere Mehrkosten (ÖBA, Prüfstatik, …) addiert und die vorhandene Aufmaßreserve abgezogen, kommt man auf mögliche Mehrkosten von 10,7 Mio. Euro einschließlich der Bonusregelung.

In der Grundsatzgenehmigung, die im Gemeinderat behandelt wurde, wurde eine Erhöhung des maximalen Kostenrahmens von 71,3 Mio. Euro (ohne Mühlkreisbahn) auf 82 Mio. Euro beantragt. Die Mehrkosten von 10,7 Mio. Euro sind somit durch die Erhöhung des Kostenrahmens abgedeckt. In der Finanzierungvereinbarung mit dem Land Oberösterreich wurde für den Deckelbetrag von 71,3 Mio. Euro (ohne Mühlkreisbahn) eine Indexierung ab 1.1.2017 vereinbart, da bei Projekten mit einer mehrjährigen Realisierungsdauer eine Indexierung (z. B. wegen Lohn- oder Preissteigerungen) einzubeziehen ist.

Berücksichtigt man die bereits eingetretene und zukünftig noch abgeschätzte Hebung dieses Deckelbetrages, ergibt sich aus der vereinbarten Indexierung ein gehobener Deckelbetrag von rund 76,7 Mio. Euro. Daher ergeben sich aus dem Delta von 82 Mio. Euro minus 76,7 Mio. Euro die tatsächlich für die Stadt Linz möglichen Mehrkosten von 5,3 Mio. Euro.

Rückforderung der Mehrkosten

Die durch externe Planungsfehler entstandenen Mehrkosten von 5,3 Mio. Euro wird die Stadt Linz beim Verursacher eingefordert. Unsere Rückerstattungsforderungen haben wir bereits angekündigt. Um keinen Baustellenstopp und damit weitere Verzögerungen zu riskieren, übernimmt die Stadt Linz jedoch zwischenzeitlich die Mehrkosten. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich bereits bei der Brückeneröffnung herausstellt, dass die Stadt Linz unter meiner Federführung das eingeplante Budget für den Bau der „Neuen Linzer Donaubrücke“ eingehalten hat und die entstandenen Mehrkosten vom Verursacher rückerstattet werden müssen.