Nibelungenbrücke in Linz

Nibelungenbrücke zwischen Wunschdenken und faktenbasierter Realität

Und ‚täglich grüßt das Murmeltier‘, so oder so ähnlich könnte man die vermeintlich regelmäßig auftretenden Vorschläge zur Verbesserung der Fahrradsituation auf der Nibelungenbrücke aus meiner Sicht bezeichnen.

Die unbefriedigende Situation auf der Nibelungenbrücke ist seit Jahrzehnten bekannt. Viele Vorschläge und Varianten – die auf den ersten Blick verlockend wirken – wurden untersucht. Bei näherer objektiver und fachlicher Betrachtung stellte sich aber rasch heraus, dass diese einfachen und rasch umsetzbaren Lösungen doch nicht zu realisieren sind, so lange die anderen Brücken noch nicht im Betrieb sind! Es liegt nicht am fehlenden Mut, sondern an der Vernunft keine noch höheren Stauzeiten in Kauf nehmen zu wollen!

Busspur wäre zurzeit kontraproduktiv

Über 61.000 Kfz queren täglich die Nibelungenbrücke. Ein Mischverkehr mit Radfahrern ist aufgrund der geltenden Richtlinien unzulässig. Auch ein eigener Fahrstreifen auf der Fahrbahn für Busse und Radfahrer wäre zum jetzigen Zeitpunkt alles andere als klug. Die Auswirkungen auf das städtische Verkehrsnetz wären verheerend. Der Stau in der Unteren Donaulände würde spürbar länger werden und sogar weit in andere Straßen reichen. Busse hätten von einer Busspur auf der Brücke keinen Vorteil, weil sie diese erst gar nicht erreichen. Die Konsequenz: Der Öffentliche Verkehr würde noch mehr Zeit als jetzt verlieren und die Attraktivität noch weiter sinken. Eine Verbesserung hätte vor Jahren bereits durchgeführt werden können. Nun müssen wir auf die Fertigstellung der anderen Brücken warten. Wenn es auch für manche schwer zu akzeptieren ist, die Situation ist wie sie leider ist!

Fertigstellung der Westring-Brücke

Selbst die Freigabe der Bypass-Brücken und der neuen Donaubrücke wären für eine nachhaltige Entlastung der Nibelungenbrücke – um etwaige Verbesserungen für Radfahrer umsetzen zu können – viel zu wenig. Es würden laut Berechnung noch immer ca. 52.500 Kfz die Brücke queren. Erst mit der Freigabe der Westring-Brücke (A26) würde sich der Kfz-Verkehr auf der Nibelungenbrücke spürbar verringern, sodass eine der drei favorisierten Lösungen, umgesetzt werden könnte. Welche Lösung schlussendlich kommen wird, muss politisch noch diskutiert werden. Fakt ist aber, dass nach Freigabe der Westringbrücke eine Verbesserung durchgeführt werden muss!

Die drei favorisierten Lösungen:

  • Eine Verbreiterung der Brücke auf beiden Seiten um ca. 80 cm.
  • Ein (eigenständiger) Zubau zur Führung der neuen Radwege.
  • Freigabe eines Fahrstreifens, wobei die Anschlüsse im Norden und Süden noch zu lösen wären.

Beitragsbild: google.at/maps