Wenn es ums Vernadern geht, gibt es bei der Baier-ÖVP keine Schamgrenze mehr

Die Mehrkosten und zeitlichen Verzögerungen bei der „Neuen Donaubrücke Linz“ sind natürlich ärgerlich. Planungsmängel, die nicht im Verantwortungsbereich der Stadt Linz lagen, führten leider zu einer unvorhersehbaren Problematik. Weil aber die Suppe so dünn ist und kein Fehler auf Seiten der Stadt gefunden werden konnte, versucht die Linzer ÖVP unter Vbgm Bernhard Baier (kurz: Baier-ÖVP) tatsächlich unrichtige „Vermutungen“ über den Zeitpunkt der Vergabe medial zu verbreiten. Das Motiv ist ausschließlich politisches Kleingeld zu schlagen. Es wird das Gerücht gesät, dass die Planung für die Ausschreibung noch nicht reif genug gewesen wäre – dass wir also zu früh ausgeschrieben hätten. Darin wird auch der Grund identifiziert, warum der Planungsfehler so spät entdeckt worden sei. Wenn es darum geht, Linz schlecht dastehen zu lassen, ist die Baier-ÖVP sofort Gewehr bei Fuß. Es geht ihnen nicht um Linz, es geht ausschließlich um den eigenen vermeintlichen Nutzen.

Tatsache ist aber, dass die Stadt Linz die Ausschreibung natürlich korrekt und gewissenhaft durchgeführt hat. Alle notwendigen Pläne wurden extern auf Plausibilität geprüft und für die Ausschreibung freigegeben. Die mängelfreie Ausschreibungsplanung wurde auch von den Planern bestätigt. Dieses Vorgehen unterscheidet sich auch nicht von  jedem anderen vergleichbaren Projekt. Der Fehler hätte nur früher entdeckt werden können, wenn sich die beiden ÖVP-Landeshauptleute nicht so lange mit der Finanzierungsvereinbarung Zeit gelassen hätten. Dann hätten wir früher ausschreiben und den Fehler mit großer Sicherheit auch früher entdecken können. 

 

„Wenn ein Kunde nichts ahnend ein Auto mit einem defekten Motor kauft, der Motor während der Fahrt explodiert, würde, wenn es nach der Logik der Baier-ÖVP geht, der Käufer die Schuld tragen!“

 

Brückenplanung Beauftragung an solidarisch haftende Planungs-ARGE

Der Auftrag für die Brückenplanung wurde an die solidarisch haftende Planungs-ARGE Marc Mimram Architecture Ingenierie / KMP ZT GmbH vergeben (Arbeitsgemeinschaft nach österreichischem Recht, Projektsprache: Deutsch).

Die frühen Projektphasen (Vorentwurf, Einreichplanung, Ausschreibungsplanung) wurden federführend in den Büros von MIMRAM erstellt. Der ARGE Partner KMP war aber immer eingebunden, hat auch die Arbeit von MIMRAM vertreten und hat die Projektbetreuung vor Ort gemacht (die Behördenverfahren und die Ausschreibung wurden in diesen Projektphasen zum Beispiel komplett von KMP gemacht).

Mängelfreie Ausschreibung wurde durch Planer bestätigt

Teile der Detailplanung wurden bereits für die Ausschreibung vorgezogen damit sichergestellt war, dass sich die Geometrie und die ausgeschriebenen Mengen nicht mehr ändern. Diese Teile wurden extern auf Plausibilität geprüft und mit Auflagen zur Ausschreibung freigegeben. Der Planer hat die Behebung dieser aufgezeigten Mängel (Auflagen) zugesagt und eine mängelfreie Ausschreibungsplanung bestätigt.

Detailplanung wird üblicherweise mit Input der Baufirma fertiggestellt

Die vollständige Detailplanung wird wie bei allen vergleichbaren Projekten üblich erst nach der Bauvergabe mit dem Input der Baufirma fertiggestellt (z.B.: Lager, Fahrbahnübergänge, Bewehrung der Pfeiler in Abstimmung auf die Schalung der Baufirma, Stahlbauführungspläne in Abstimmung auf dem Montagevorgang und das max. manipulierbare Gewicht, usw.).

Ermüdungs- und Verformungsnachweise konnten nicht erbracht werden

Bei der Neuen Donaubrücke Linz sind zeitlich parallel zu dieser üblichen Detaillierung der Planung mit dem Projektfortschritt Mängel in der statischen Modellierung und bei Detailnachweisen, die auch bei anderen Projekten erst am Ende des Planungs- und Nachweisprozesses gemacht werden, aufgetaucht. Die Planer haben jedoch die Auswirkungen aufgrund der speziellen Geometrie und architektonischen Gestaltung falsch eingeschätzt und konnten dann die Nachweise (Verformung und Ermüdung) nicht mehr erbringen. Eine Überarbeitung des statischen Konzepts war daher unausweichlich.